Antisemitische Trollkampagne gegen die Instagram-Seite des Standard mit direktem Wien-Bezug
Dutzende Hasskommentare wurden unter einem Artikel zum Thema Ernährung („Manche nehmen schon beim Blick auf Kuchen zu …“) platziert.
Mehrere Accounts verbreiten antisemitische Hasspropaganda gegen die jüdische Community im 2. Bezirk in Wien.
In diesen Postings mit der gleichen Botschaft (allerdings mit leichten sprachlichen Variationen) wird gefordert, dass die „Täter in der Taborstraße mit Locken, auf Rollern“ für „ihre Taten bestraft werden“ und weiters, dass die „Opfer Gerechtigkeit verdienen“. Finalisiert wird das Posting mit einem „Boykott Israel“-Hashtag.
Auffällig ist auch, dass die Hasskommentare unter einem Posting zu einem Ernährungsartikel platziert worden sind. Ein Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt war hier in keiner Weise gegeben.
Das ist ein Hinweis darauf, dass dieser Angriff nicht nach Keywords erfolgte, sondern man bewusst in dieser Region mit lokaler Kenntnis (jüdisches Viertel im 2. Bezirk) agierte.
Die Profile weisen in den meisten Fällen nur wenige oder keine Follower auf. Sprachlich konnten Inhalte unter anderem auf Hindi, Chinesisch und Arabisch gefunden werden sowie ein Profil, das auf eine Website in Togo verlinkt. Die bei Instagram abrufbaren Kontoinformationen weisen unterschiedlichste Länder als Herkunft der Profile aus. Es tauchen hier z.B. Länder wie Brasilien, Indien, Mexiko, Irak, die Türkei, die Mongolei, aber auch das Vereinigte Königreich als angebliche Standorte auf. Einige der Profile haben auch russische Usernamen wie “Dmitri” oder “Ekaterina”. All das gibt keinen direkten Rückschluss auf die tatsächliche Herkunft und das Motiv der Kampagne.
All das gibt keinen direkten Aufschluss über die Herkunft der Profile.
Es könnte sich sowohl um eine direkt mit dem Nahostkonflikt in Verbindung stehende Hasskampagne, aber auch um einen Versuch handeln, unsere Gesellschaft zu spalten bzw. zu destabilisieren und den Antisemitismus als Vehikel dafür zu nutzen. Derartige Methoden sind unter anderem aus Frankreich bekannt, als russische Wegwerfagenten (Low Level Agents) Davidsterne im jüdischen Viertel platzierten.
Egal welches Motiv hinter dieser Kampagne steht, sie stellt eine direkte und unverschleierte Bedrohung für die jüdische Community in Wien dar.
Link zu dem Instagram Post von “der Standard”, der im Fadenkreuz besagter Trollkampagne stand
Artikel: “Manche nehmen schon beim Blick auf Kuchen zu, andere können ungehemmt essen. Warum?”
https://www.instagram.com/p/DZAQH8vDZpP/
