BREAKING: LEAK aus Russland: Internet in Deutschland soll nach Kritik an Dohnanyi abgedreht werden.
Kreml will Internet und Social Media im gesamten deutschsprachigen Raum abschalten. Grund: Russischer Propaganda wird dort zu oft widersprochen.
UPDATE: Aufgrund der immer absurderen Kreml-Politik erhält dieser Beitrag zur Sicherheit einen zusätzlichen Satirehinweis
Es ist ein Leak, der es in sich hat: Während Russland die Welt mit Trollfabriken, Doppelgänger-Websites und KI-Fakes mit Propaganda überschwemmt, hat der Kreml für den deutschsprachigen Raum andere Prioritäten. Das Internet soll in den deutschsprachigen Ländern komplett deaktiviert werden, damit es (Zitat Kreml-Strategen) “endlich keine Widerrede und Einordnung für False-Balance-Talkshows” und die vielen gutmeinenden “Analysten” mehr gibt, die EU und die Ukraine als “Kriegstreiber” sehen und die NATO-Erweiterung als Kriegsmotiv bezeichnen. Ein russischer Geheimdienstler sagt in dem Dokument: “wir haben unsere Stimmen im TV, wir haben sie auf den Universitäten, wir haben sie in den Buchhandlungen, wir haben sie bei den Friedensdemos, warum sollen wir uns hier von Kritikern im Netz stören lassen“. Weiters sagt er: “Außerdem verlieren unsere anonymen Trolle und Fälschungen im Web ohnehin an Glaubwürdigkeit, lassen wir unsere Fürsprecher reden, viele machen das sogar gratis und werden ohnehin nicht eingeordnet”.
Obwohl Social Media auch im deutschsprachigen Raum mit Trollkommentaren lokaler, internationaler Akteure, wie auch aus organisierten „Farmen“, überschwemmt wird, sieht der russische Geheimdienst die Situation nun differenziert: “wir kriegen im Web einfach zu viel Widerspruch bezüglich angesehener Akteure, die unser Narrativ verbreiten. Teilweise werden diese sogar eingeordnet. Das passiert uns bei den Sendern nicht, die bieten ihnen ja die Bühne”.
Ein mächtiger russischer Beamter hat den jüngsten Fall, nämlich die Aussagen von Klaus von Dohnanyi bei Maybrit Illner, in diesem Dokument als Anlass genommen, mit der Operation “Internet kaputt“, wie sie im Geheimpapier genannt wird, zu beginnen. Dohnanyi sagte in der Sendung unter anderem: “dass die Ukraine nicht ungeschoren davon kommt”, “er (Putin) wollte nicht, dass die NATO, im Schwarzen Meer beherrschen wird”, “wäre die Ukraine nicht entschieden gewesen in die NATO zu gehen, hätte nach meiner festen Überzeugung, Putin auch keinen Krieg geführt”. Diese Aussagen sollen nicht im Netz mit einer Flut an Kritik überzogen werden, sagt Hauptmann Falsebalancov.
Aber es gibt weitere Gründe, weshalb das Internet als Problem für die russische Propaganda erkannt wurde. Während viele Redaktionen, auch der öffentliche Rundfunk, weiterhin die russische Schreibweise von z. B. der ukrainischen Hauptstadt, “Kiew”, verwenden, gibt es im Web immer wieder Menschen, die auf die ukrainische Schreibweise “Kyiv” oder “Kyjiw” bestehen, was dem russischen Geheimdienst nicht unbemerkt blieb. Ein Beamter für “Sprachfragen” schrieb: “der russische Imperialismus blieb die letzten Jahrzehnte unerkannt, wir wollen das Risiko begrenzen, dass durch das Internet möglicherweise eine Gefahr für unser Narrativ entsteht, aus den Redaktionen und Teilen der Wissenschaft, die sich diesem Reflexionsprozess ohnehin nicht stellen wollen, erachten wir die Risiken als geringer.”
In dem Dokument steht auch, warum man erst jetzt zu dem Schritt der Internetabschaltung greifen will. Ein Analyst schreibt: “wir haben nicht damit gerechnet, dass nach Beginn der Spezialoperation unsere Narrative noch so präsent bleiben werden, und so viel Bühne bekommen, auch außerhalb von Social Media. Unsere Politiktechnologen haben mit einer massiven Änderung nach Beginn der speziellen militärischen Operation gerechnet, diese ist aber nicht eingetroffen, uns dienliche Positionen sind weiterhin stark präsent.”
Es gibt aber auch Gegenstimmen, die durchaus auf die Möglichkeiten der Social-Media-Manipulation hinweisen, die man verlieren würde, so sagt eine Beamtin, Elena Trollerova (Zitat aus dem Dokument): “wozu haben wir in der ganzen Welt Trollfarmen aufgebaut, wenn wir sie nicht flächendeckend nutzen. Außerdem kommen uns die Algorithmen doch wirklich entgegen, es wird immer biliger.”
Sie zeigt sich auch besorgt, dass alte Sendungen aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dann nicht mehr zugänglich wären: “denkt doch mal an die Anstalt aus dem Jahr 2014, wo sogar der Fake von den 5 Mrd. für den Maidan verbreitet wurde, wollt ihr das wirklich aufgeben?”. Laut Trollerova macht es die Synergie unterschiedlicher Technologien aus: “wir teilen einfach im Web weiterhin jene Ausschnitte aus dem Fernsehen, die unseren Zielen dienen”.
Ursprünglich, so geht aus dem Papier hervor, wollte sich der russische Machtapparat auf eine Operation beschränken, deren Ziel es war, den öffentlichen Diskurs dahingehend zu beeinflussen, dass prorussische Narrative, Desinformation und Propaganda als reines Social-Media-Phänomen wahrgenommen werden.
Diese Operation gilt laut den uns vorliegenden Dokumenten als erfolgreich abgeschlossen.
SATIRE

Dietmar Pichler ist Chief Analyst und Redakteur bei INVED und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Desinformation, Medienkompetenz und ausländische Einflussnahme. Er analysiert Desinformationskampagnen sowie propagandistische Einflussstrategien autoritärer Regime. Neben seiner Tätigkeit bei INVED ist er als freiberuflicher Medienkompetenztrainer, Berater für strategische Kommunikation und Desinformationsanalyst in Wien tätig. Er ist Vizepräsident der NGO „Vienna Goes Europe“ und Gründer der Initiative „Disinfo Resilience Network“, die sich der Vernetzung von Fachleuten zur Aufdeckung und Einordnung hybrider Bedrohungen widmet.
