„Human Safari“ die Drohnenjagd auf Zivilisten in Kherson
Letzte Woche fand unter dem Motto „Stop Human Safari“ eine weltweite Awareness Aktion statt, um auf die immer wieder gegen Zivilistinnen und Zivilisten gerichteten russischen Drohnenangriffe in der ukrainischen Stadt Kherson aufmerksam zu machen.
Der Begriff „Human Safari“ wurde von der in Kherson lebenden US Journalistin Zarina Zabrisky geprägt und beschreibt die unmenschliche Praxis, bei der aus angrenzenden russisch besetzten Gebieten wiederholt Drohnen gestartet werden, um gezielt Zivilistinnen und Zivilisten, Tiere sowie zivile Infrastruktur anzugreifen, etwa zur Brandlegung oder zur Einschüchterung der Bevölkerung. Diese Angriffe dienen keinen militärischen Zwecken, sondern zielen ausschließlich darauf ab, Angst und Terror im Alltag zu verbreiten. Der Drohnenterror prägt das tägliche Leben in Kherson und zwingt die Bevölkerung dazu, sich ständig vor Angriffen aus der Luft zu fürchten. Besonders gefährlich ist, dass viele dieser Drohnen aus kurzer Distanz gesteuert werden und gezielt einzelne Personen verfolgen. Öffentliche Orte, Straßen, Haltestellen oder Wohngebiete werden immer wieder attackiert, wodurch selbst einfache Alltagswege lebensbedrohlich werden. Diese Form der Gewalt stellt eine schwerwiegende Verletzung des humanitären Völkerrechts dar.
Der Drohnenterror hat bereits unzählige Opfer gefordert, in einer Stadt, die ohnehin stark von Krieg und russischer Besatzung gezeichnet ist. Kherson wurde im November 2022 von der russischen Besatzung befreit, liegt jedoch weiterhin in Reichweite russischer Stellungen auf der anderen Seite des Dnipro. Seitdem ist die Stadt regelmäßig Ziel von Drohnenangriffen, Artilleriebeschuss und Raketenbeschuss. Zarina Zabrisky veröffentlichte zudem einen Dokumentarfilm, der die Geschichte Khersons sowie den anhaltenden Drohnenterror gegen die Zivilbevölkerung dokumentiert und international sichtbar macht.
Die weltweite Demonstration „Stop Human Safari“ wurde auch in Wien abgehalten und von Olha Yakymakha Daranyi und ihrem Team der Initiative „Stories in Color“ organisiert. Die Initiative hat sich dem Ziel verschrieben, Kindern dabei zu helfen, den Krieg durch Kunst zu verarbeiten und ihre Geschichten mit der Welt zu teilen. Bei der Kundgebung waren auch Personen mit direktem Bezug zu Kherson anwesend. Die von „Stories in Color“ entwickelte Ausstellung stellte nicht nur Hintergrundinformationen zu dieser unmenschlichen Form des Drohnenterrors bereit, sondern zeigte auch exemplarisch die Schicksale mehrerer Opfer und Betroffener.
Die Sprechchöre reichten von „Kherson gehört zur Ukraine“ und „Stop Human Safari“ bis hin zu „Russia is a terrorist state“. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Regionen der Ukraine, von Sewastopol bis Ternopil, ebenso wie mehrere Österreicherinnen und Österreicher. Ziel der Kundgebung war es, internationale Aufmerksamkeit auf die gezielten Angriffe auf Zivilistinnen und Zivilisten zu lenken und deutlich zu machen, dass diese Verbrechen nicht ignoriert oder relativiert werden dürfen.

Foto: Iryna Karpenko
Links:
Link zur Dokumentation: https://khersonhumansafari.com/
Link zum Awareness Projekt: https://humansafari.org
Olha Yakymakha Daranyi (Instagram)
Stories in Color (Instagram)
